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KONZERT 1 am 06. Juni 2012
Antonio Vivaldi, Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Philipp Telemann, Wolfgang Amadeus Mozart
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1. Abonnementkonzert 2011

Samstag, 30. April 2011, 20.00 Uhr

Diese Werke erwarten Sie
Stanley Leonard
(* 1931)
Fanfare und Allegro
für Trompete und Pauken
(1792-1868)
Sonate Nr.1 G-Dur
für Streicher
Allegro moderato
Andante
Allegro
(1913-1976)
Fanfare for St. Edmundsbury
für 3 Trompeten
(1673-1707)
„The Prince Denmarks March”
Trumpet Voluntary D-Dur
für 3 Trompeten, Pauken und Streicher
(1681-1767)
Sonate Nr.4 G-Dur
für Streicher
Largo
Allegro
Menuetto
Presto
(1681-1767)
Konzert D-Dur
für 3 Trompeten, Pauken, Streicher und B.c
Largo
Allegro
Adagio
Presto
Giuseppe Romanino
(unbekannt)
Konzert D-Dur
Trompete, Streicher und B.c.
Allegro
Andante
Allegro
(1756-1791)
Divertimento D-Dur KV 136
für Streicher
Allegro
Andante
Presto
(1682-1738)
Symphonies fanfares
für 3 Trompeten,Pauken, Streicher und B.c.
Symphonie (Rondeau)
Menuet (Gracieusement sans lenteur)
Fanfares
Gay
Fanfares
Mitwirkende
Norddeutsche Barocksolisten
Yoichi Yamashita (Violine)
Marco Reiß (Violine)
Ingo Fritz (Viola)
Marcel Körner (Violoncello)
Wolfram Wessel (Kontrabass)
Martin Weller (Trompete)
Tilman Schneider (Trompete)
Martin Beyer (Trompete)
Michael Klein (Pauke)
Hier zur Biografie der Norddeutschen Braocksolisten
Werkbeschreibungen
Stanley Leonard Pauker, Komponist und Pädagoge. Seit über 65 Jahren hat Stanley Leonard eine herausragende Stellung in der Welt der Percussion. Nach Beendigung der Schule studierte er an der Eastman School of Music, welche er 1954 mit dem „Bachelor of Music and Performers Certificate“ abgeschlossen hat.
Seine Orchesterlaufbahn begann als Schlagzeuger in Kansas und ging über verschiedene Stationen, bis er Solopauker des Pittsburgh Symphony Orchestra wurde. Zudem war er als Solist und Komponist tätig. Seine universitäre Lehrtätigkeit begann er an der Carnegie Mellon University in den Fächern Schlagzeug, Pauke und Schlagzeug-Ensemble, sowie als außerordentlicher Professor an der Duquesne University. Er ist Mitglied der American Society of Composers, Authors and Publishers und ist Direktor der Percussive Arts Society.
Für die Kombination Trompete und Pauke schrieb er im Jahr 1962 Fanfare and allegro. Einem virtuosen schnellen Satz ist eine Fanfare in Form eines Dialogs zwischen den beiden Soloinstrumenten vorangestellt.
Gioachino Rossini Der Sohn eines Hornisten und einer Sängerin, 1792 in Pesaro geboren, gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten des Belcanto. Sein berühmtestes Werk „Der Babier von Sevilla“ hat ihn unsterblich gemacht. Als Kind lernte er Violine und Cembalo zu spielen und zeichnete sich durch eine schöne Gesangsstimme aus. Vor dem Schicksal eines Gesangskastraten bewahrt wechselte er mit 14 Jahren nach Bologna, wo er am Konservatorium Unterricht in den Fächern Komposition, Violoncello, Horn, Klavier und Gesang erhielt. Nach vier Jahren machte er den Abschluss. Eine erste Oper und zahlreiche weitere Stücke hatte er zu diesem Zeitpunkt schon komponiert. Bis 1829 schrieb er weitere Opern für verschiedene Opernhäuser der europäischen Musikwelt. Mit „Wilhelm Tell“ beendete er dieses Kapitel seines musikalischen Schaffens, um sich mehr der geistlichen und der Kammermusik zu widmen.
Die Sonate Nr. 1 und fünf weitere Stücke, werden von Rossini selbst auf das Jahr 1804 datiert. Die Originalbesetzung von 2 Violinen, Violoncello und Kontrabass ist der Tatsache geschuldet, dass die Stücke während eines Sommeraufenthaltes entstanden sind, für die nur in dieser Formation anwesenden Spieler. Die Sonate orientiert sich in seiner Form an den frühen Streicherdivertimenti von Mozart und weniger an der klassischen Sonatenform in der klassischen Symphonie. Der 1. Satz enthält eine Reihe von Melodien in der damals sehr beliebten italienischen Weise und beginnt mit spielerisch absteigenden Figuren. Das Andantino ist ein nächtliches Ständchen welches in den tiefen Streichern beginnt und in ruhigen Linien wieder in der Eröffnungsmelodie endet. Das abschließende Allegro kommt in seiner Melodieführung eher einem Volkslied oder einer Operettenmelodie gleich. Sie bildet die Grundlage zu einem lebhaften Stück mit einer besonderen Passage in der tiefen Stimme.
Benjamin Britten Als viertes und jüngstes Kind eines Zahnarztes wurde Benjamin Britten am 22. November 1913 in Lowestoft geboren. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er mit fünf Jahren durch seine Mutter. Bereits 1921 datieren die ersten Kompositionen von Britten. In seiner Schulzeit bekam er Klavier- und Bratschenunterricht.
Von 1930 an studierte er Klavier und Komposition am Royal College of Music in London, dass er 1933 verließ. Von 1939 bis 1942 ging Britten in die USA. Er machte sich vor allem durch seine Opern und herausragenden Vocalkompositionen einen Namen. Sein kompositorisches Schaffen umfasst aber auch zahlreiche Orchester- und Kammermusikwerke. Als Dirigent und Pianist war Britten allerdings ebenso gefragt. Die Fanfare for St. Edmundsbury wurde von Britten 1959 für den Festumzug der Magna Carta komponiert. Sie beginnt mit drei getrennt gespielten Trompetenfanfaren, für die die Spieler so weit wie möglich voneinander entfernt platziert werden. Jeder Trompeter spielt eine eigene Fanfare mit eigener Tonart und eigenem Charakter. Am Ende erklingen alle drei Fanfaren gleichzeitig, die in ihrem modernen Charakter hervorragend zusammen passen und in einem Akkord zur Ruhe kommen. Britten bewies auch mit diesem vergleichsweise kleinen Stück sein musikalisches Genie und ein tiefes Verständnis für das Instrument Trompete.
Jeremiah Clarke Über das Leben Clarks ist wenig bekannt. Belegt ist, dass er sich 1707 in London das Leben nahm. Seit 1695 ist er als Organist und Chorleiter an der neu erbauten Saint Paul‘s Cathedral in London vermerkt. Clarke komponierte zwar hauptsächlich Kirchenmusik, schrieb aber auch Gesangswerke für die Bühne, sowie Triumphmusiken zu etlichen Siegesfeierlichkeiten.
Zu diesem Genre zählt auch der Prince of Denmark March, der einer Suite sogenannter Trumpet voluntaries and tunes entnommen ist. Das Stück wurde fälschlicherweise lange Zeit seinem berühmteren Zeitgenossen Henry Purcell zugeschrieben.
Georg Philipp Telemann wurde am 14.03.1681 in Madgeburg geboren. Er studierte Jura und Philosophie in Leipzig. Während seiner Leipziger Zeit gründete er das später auch durch Fasch und Bach bekannte „Collegium Musicum“, eine Zusammenkunft von Studenten, mit dem Ziel, gemeinsam Musik zu machen. 1704 wurde er Organist in Leipzig, später Kapellmeister in Sorau. Von 1708-1712 wirkte Telemann als Hofkapellmeister in Eisenach, bevor er 1712 als Musikdirektor nach Frankfurt ging. Von 1721 bis zu seinem Tod am 25.06.1767 wirkte er als Städtischer Musikdirektor in Hamburg.
Telemann hat in seinem langen Leben zahllose Werke der verschiedensten Gattungen komponiert, sowohl Sonaten, Konzerte, Kantaten, Oratorien bis hin zu Opern. Allein um die 1000 Kantaten für den kirchlichen Gebrauch sind von ihm überliefert, davon etliche mit Beteiligung von Trompeten. Noch heute kann man in Bibliotheken Werke von Telemann „entdecken“. Kompositionen, die noch auf ihre Veröffentlichung warten.
Besonders erwähnenswert ist, dass Telemann Trompeten in verschiedensten Stimmungen verwendet - in C, D, Es und F - in einem Werk sogar 3 Trompeten in F. Auch die Kombination von Trompeten und Hörnern im gleichen Werk kommt bei Telemann durchaus vor. Bachs Brandenburgisches Konzert Nr.2 mit seiner „Tromba in F“, steht also durchaus nicht einzig in der Trompetenliteratur des Barock. Das Konzert D-Dur für 3 Trompeten, Pauken, Streicher und Bc. liegt in der Landesbibliothek Darmstadt. Es sind Einzelstimmen erhalten, in einer Abschrift aus dem Jahr 1740, vermutlich von Graupner. Da Telemann um das Jahr 1740 schon seit fast 20 Jahren in Hamburg wirkte, kann man Mutmaßungen darüber anstellen, wie das Werk nach Darmstadt gelangt sein mag. Es könnte also noch aus der Frankfurter Zeit stammen, aus der auch ein anderes Konzert von Telemann für 3 Trompeten und die gleiche Besetzung stammt. Eine genaue Datierung erscheint also schwierig.
Formal reiht sich dieses Konzert in die anderen großen Trompetenkonzerte von G.Ph.Telemann ein. Die Satzfolge lautet auch hier: langsam – schnell – langsam - schnell, wobei die Trompeten und Pauke im 3. Satz schweigen. Auch dies ist in den anderen Trompetenkonzerten Telemanns üblich. Dieser „3. Satz“ gibt einerseits den Trompeten etwas Pause, andererseits erlaubt es dem Komponisten, in andere Tonarten zu modulieren, was mit den barocken Naturtrompeten nicht möglich war. Das Konzert beginnt mit einer festlichen Intrada in der die Solisten prächtige Akzente setzen. Der mehrstimmige Trompetensatz ist zum Inbegriff barocker Prachtentfaltung geworden.
Giuseppe Romanino Von Romanino sind nicht einmal die Lebensdaten bekannt. Dokumente und Urkunden zu Leben und Schaffen des italienischen Komponisten, der um 1750 gewirkt hat, sind nicht überliefert. Sein einziges erhaltenes Werk ist das Trompetenkonzert in D-Dur. Das dreisätzige Werk stellt technisch einige Anforderungen an den Solisten und die begleitenden Streicher. Besonders der mäßig langsame Mittelsatz trägt gleichermaßen Charakterzüge des „empfindsamen“ und „galanten Stils“. Das Thema des rondoartige Schlußsatzes ist thematisch dem deutlich später geschriebenen Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel ähnlich.
Wolfgang Amadeus Mozart Der Zyklus der drei Divertimenti KV 136-138 entstand 1722 in Salzburg, unter den frischen Eindrücken einer gerade beendeten Reise durch Italien. Auf seinen vielen Reise durch Europa konzertierte der, als berühmtes Wunderkind gefeierte Mozart nicht nur. Sie waren auch Studienreisen eines heranwachsenden jungen Komponisten, der alles verinnerlichte was an Stilrichtungen, Geschmack und Gattungen in der musikalischen Welt angeboten wurde. So vollzog sich der nahtlose Wechsel eines Virtuosen zu einem sich etablierenden und ernstzunehmenden jungen Komponisten.
Seine ersten Opern hatten großen Erfolg und zahlreiche Auftragswerke trugen seiner wachsenden Bedeutung Rechnung. Die drei Divertimenti gehören zu Mozart‘s sogenannten Serenadenmusiken - abendliche Musiken mit Ständchen-Charakter. Das Divertimento reiht im ursprünglichen Sinne eine Anzahl von instrumentalen Tanzsätzen in loser Folge aneinander. Entsprechend seinem eher unterhaltenden Charakter bevorzugt es die solistische Verwendung der Instrumente bei hohen Ansprüchen an die Virtuosität der Spieler. Dies gilt auch für diese kleinen, schlanken Frühwerke, in denen die Violinen den führenden Part innehaben und die Viola und das Violoncello mit ihrer Begleitung das harmonische Fundament liefern. Obwohl jedes dieser Stücke einen eigenen Charakter hat haben sie doch eines gemeinsam, denn in allen hat Mozart auf den damals überaus beliebten Menuett-Satz verzichtet.
Jean Joseph Mouret Als Sohn eines Seidenhändlers in Avignon, erhielt Mouret eine umfassende und exzellente Ausbildung. Früh zeigte sich seine besondere musikalische Begabung. Er war ein guter Sänger und begann schon früh zu komponieren. Im Alter von 20 Jahren zog er nach Paris wo er sehr bald bekannt wurde und zu den führenden Exponenten der barocken Musik in Frankreich wurde. Obwohl seine Werke in Vergessenheit geraten sind und fast nicht mehr zur Aufführung kommen, ist der Name Mouret immer noch bekannt. Dies geht vor allem auf die Symphonies fanfares zurück, deren Rondeau z. B. als Untermalungsmelodie des PBS-Programmes (eines nicht-kommerziellen TV Senders in den USA) in einer Sendung über Theater verwendet wird. Hauptsächlich komponierte Mouret allerdings Musiktragödien und Ballettmusiken für Opern. Seinen Lebensabend verbrachte Mouret verwirrt und verarmt in einem Hospiz in Charenton le Pont.